Der Kaminofen ist eine moderne, umweltschonende, effiziente und kostengünstige Art, den regenerativen Brennstoff Holz zu nutzen. Heutzutage haben Kamine und Öfen einen Effizienzgrad erreicht, der sie in die Lage versetzt, zum Beispiel als Hybrid mit einer Solaranlage den Wärmebedarf eines Mehrfamilienhauses zu decken. Wasserführende Kaminöfen können auch nachträglich an das Wassersystem eines Einfamilienhauses angeschlossen werden und so die vorhandene Zentralheizung unterstützen sowie die Brauchwassererwärmung übernehmen.
Für Gartenhäuser ist Letzteres in der Regel jedoch unerheblich, da die meisten von ihnen weder über eine Zentralheizung noch über fließendes Wasser verfügen. Gleichwohl sollten vor der Anschaffung einige Punkte beachtet werden. Die wichtigsten davon haben wir im Folgenden zusammengestellt.
Den Schornsteinfeger fragen
Wer sich als Gartenhausbesitzer mit dem Gedanken trägt, einen Kaminofen zur Wärmegewinnung einzusetzen, sollte zunächst den zuständigen Schornsteinfeger zu diesem Thema befragen. Er kann etwa Auskünfte zum unbedingt notwendigen Schornstein geben, an den der Kaminofen angeschlossen werden muss. Weiterhin wird er den optimalen Standort des zukünftigen Kaminofens empfehlen und darauf hinweisen, wie alle baurechtlichen Abstände und Gegebenheiten eingehalten werden können.
Kaminofen kaufen, aber welchen?
Sobald der Standort des zukünftigen Kaminofens festgelegt ist, gilt es, den individuell passenden Ofen für genau dieses Gartenhaus zu finden. Ein erster Schritt ist, den zu beheizenden Raum auszumessen. Eine Faustregel besagt, dass der Kaminofen pro 8 bis 10 qm Fläche mindestens 1 kW Leistung benötigt. Ein Raum im Gartenhaus mit beispielsweise 20 qm sollte also mit einem Kaminofen in einer Leistungsstärke von 2 – 3 kW beheizt werden. Allerdings spielen an dieser Stelle auch individuelle Faktoren wie die Größe des bzw. der Fenster oder die vorhandene Isolierung eine Rolle, so dass auch hier eine objektive Beratung hilfreich ist.
Es kann hilfreich sein, einen seriösen Händler an dieser Stelle für die Beratung hinzuziehen. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass der Händler objektiv urteilen kann und nicht an einen Hersteller gebunden ist. Auch das Internet hält einige Erfahrungsberichte und Hilfen in entsprechenden Formen und auf Bewertungsplattformen bereit.
Womit wird der Kaminofen beheizt?
Die zulässigen Brennstoffe für einen Kaminofen sind naturbelassenes Scheitholz (idealerweise Buche oder Eiche mit einer Restfeuchte unter 20 %) sowie Holzbriketts aus gepressten Sägespänen, etwa hochwertige Pini Kay Briketts. Je nach Zulassung des Ofens können auch Braunkohlebriketts für eine lang anhaltende Wärmeabgabe oder Holzpellets in speziellen Hybrid-Modellen genutzt werden. Nicht geeignet, teilweise sogar gefährlich, sind behandeltes Holz, Müll aller Art (auch Papiermüll) und feuchtes Restholz.
Relevanz der BImSchV-Novellierungen
Achtung: Die Gesetzesnovellen der letzten Jahre umfassen ausdrücklich auch kleine Kaminöfen und sollen für eine nachhaltige Reinhaltung der Luft sorgen. Entsprechend wurden die Auflagen und die geforderten Emissionsgrenzwerte der einzelnen Kaminöfen erheblich strenger gefasst. Insbesondere für neue Kaminöfen ist es z. B. ein unabdingbares Kriterium, dass eine Herstellerbescheinigung dem Ofen beiliegt, welche garantiert, dass auch die langfristigen Grenzwerte eingehalten werden.
Den Kaminofen pflegen: Unsere besten Tipps
Die regelmäßigen Kontrollen des zuständigen Schornsteinfegers erfolgen in der Regel jährlich und dienen der Sicherheit. Im Rahmen der alltäglichen Pflege sollte man den Kaminofen nach jedem Feuer reinigen und die Asche entfernen. Dabei staubt die Asche weniger, wenn sie zuvor ein wenig befeuchtet wird. Anschließend ist sie aufgrund ihres hohen Alkaligehaltes ein idealer Dünger für Gartenpflanzen wie etwa Rosen, Hortensien, Flieder und Clematis.
Tipp: Kaminruß lässt sich mit Natron aus der Apotheke beseitigen. Hierzu werden ca. 60 g Natron auf einen Liter Wasser gegeben. Mit etwas Scheuern können die Rußreste dann erfolgreich entfernt werden.
Die Scheibe des Kaminofens kann mit einer Mischung von einem EL Salmiakgeist zu zwei EL Essig in Wasser gereinigt werden. Idealerweise wird diese Mischung mit einer Sprühflasche aufgetragen und kann einige Minuten einweichen. Anschließend die Scheibe mit einem saugfähigen Tuch sauber wischen, ggf. ist der Vorgang mehrmals zu wiederholen.